28 April 2020 ... Min. zuhören

Agiles Arbeiten zuhause an der Wohnzimmertür

Den Kindern und dem Job gleichzeitig gerecht zu werden, ist die größte Herausforderung

Wie läuft Dein Arbeitsalltag jetzt ab?

Wir haben es geschafft, fast alle unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unseres Centers of Expertise (CoE) Facility Managements innerhalb kürzester Zeit ins mobile Arbeiten zu schicken. Die Servicepoint-Tätigkeiten, wie das Ausstellen der Zutrittskarten oder die Ausgabe der Jobtickets konnten wir an die Kolleginnen und Kollegen am Empfang übertragen und die restlichen Aufgaben wie die interne Service-Hotline, die Bearbeitung von Tickets und Anfragen oder das Fuhrparkmanagement erledigen wir sehr gut aus dem mobilen Umfeld heraus.

Unser Daily findet nun schon um 8 Uhr statt. Warum? Weil 8:30 Uhr die Hotline live geht und mir es wichtig ist, dass das komplette Team am Informationsaustausch teilnehmen kann. Wir wählen uns in eine Telefonkonferenz ein und nutzen ein digitales Kanban-Board. Auf das Kanban-Board können wir alle zugreifen, nach Personen oder Aufgaben sortieren und bekommen so einen guten Überblick.   

Was macht Ihr für den Team-Zusammenhalt?

Freitags machen wir immer Kaffeeklatsch, also alles außer Arbeit. Da sprechen wir über Hobbies, was wir am Wochenende vorhaben und was uns sonst so in den Sinn kommt. Auch sprechen wir über die Herausforderungen, die wir alle aufgrund der Coronakrise bewältigen müssen. Da ich zwei Kinder habe, weiß ich sehr gut, wie sich der Alltag für uns alle geändert hat. Deshalb ist die hohe Flexibilität so wichtig für uns alle – Flexibilität die Arbeitszeit individuell zu gestalten und an die Bedürfnisse bzw. den Alltag der Familie anzupassen: Nur wenn daheim alles gut funktioniert, kann auch gute Arbeit geleistet werden.

Wie organisierst Du den Alltag zu Hause?

Seit dem 17. März arbeite ich mobil von zu Hause aus. Meine Frau und unsere Kinder (7+10 Jahre) waren schon einen Tag eher daheim. Am Anfang war es für uns alle ganz aufregend, ähnlich einem Abenteuer. Aber schon nach wenigen Tagen spürten wir, dass wir mehr Struktur in den Tag bringen mussten. Mein Vorschlag war, dass wir – ähnlich wie mit den agilen Methoden, die wir in der Bank anwenden – alle Aufgaben und Aktivitäten auf kleine Klebezettel schreiben. Somit entstand unser erstes agiles Familien-Kanban-Board an der Wohnzimmertür.

Täglich sprechen wir in unserem Family-Daily über die zu erledigenden Aufgaben, das Erreichte und besprechen das, was nicht so geklappt hat. Wichtig für meine Frau und mich ist es, dass unsere Kinder so einen Tages-Fahrplan erhalten und sie selbstständig mit dem Kanban-Board arbeiten. Wir haben unsere „Doing“-Lane, also die täglichen Aufgaben der Kinder, nochmals geteilt und zwar in ToDos für den Vor- und für den Nachmittag. Das ist für die Kids einfacher und wir erreichen dadurch unser eigentliches Ziel: ungestörte Arbeitszeitblöcke. ;-)

Was sind Eure größten Herausforderungen?

Die Betreuung der Kids war und ist wohl die größte Herausforderung. Aber die haben wir dank des Kanban-Boards sehr gut gemeistert. Zeitlich etwas schwierig ist das Zubereiten des Mittagessens: Es kam schon mal vor, dass ich während einer Telefonkonferenz auf Stumm geschaltet und parallel das Essen vorbereitet habe. Besondere Umstände erfordern eben besondere Maßnahmen.  

Der Arbeitgeber meiner Frau hat genau wie die ING ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Monitor, Dockingstation, Maus, Tastatur und Headset zur Verfügung gestellt. So konnten wir unser Gästezimmer in ein modernes Arbeitszimmer verwandeln. 

Wie sieht so ein Arbeitstag bei Euch aus und wo stoßt Ihr an eure Grenzen?

Um ehrlich zu sein, gab es mal einen Tag, da hatten wir wahrscheinlich Lagerkoller. Wir alle waren mies drauf und haben uns einzeln zurückgezogen. Am nächsten Tag war wieder alles in Ordnung. Keine Ahnung, was da los war. Gehört wahrscheinlich einfach dazu …

Meine Frau arbeitet in Teilzeit und kann deshalb nachmittags etwas mit den Kindern unternehmen. Ich arbeite Vollzeit, aber flexibler denn je, d.h. ich schaffe mir tagsüber immer wieder kleine Freiräume und wir machen gemeinsam einen kurzen Spaziergang oder genießen die Sonne im Garten.  

Welche Angebote von der ING haben Euch geholfen?

Bei der Kinderbetreuung waren wir wegen der Schulschließung auf uns selbst gestellt. Die Kinder entdeckten schnell die Vorteile der Digitalisierung mit Tools wie FaceTime oder Skype und tauschen sich so regelmäßig mit Freunden und Familie aus.

So finden  Flöten- und Gitarrenunterricht mit den Musiklehrern per Skype statt. Ebenso das Homeschooling mit der Oma: Bücher werden vorgelesen und Referate vorgestellt. Davon bin ich begeistert.

Die schnelle Hardwarebereitstellung unserer Arbeitgeber hat uns beruflich sehr geholfen. Und – das hat mir besonders viel Spaß gemacht – konnte ich die agilen Methoden, die ich sonst immer in der Bank anwende zuhause einbringen. Das hat die Tages-Organisation des Familienalltags wirklich vereinfacht und motiviert vor allem die Kinder ihre täglichen Aufgaben zu erledigen.

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